Lernen gelingt nicht nur mit offiziellen Fortbildungen. Oft ist es hilfreicher, praxisorientierter und passender, wenn Du von und mit Kolleginnen und Kollegen lernst. Wie lässt sich solch ein Peer-to-Peer Lernen realisieren?

Wie kannst Du die Herausforderung bewältigen?

Wenn Lehrende in einer Kultur der Digitalität vor immer neuen Herausforderungen stehen, dann werden sie selbst zu Lernenden. Hier kann es hilfreich sein, nicht nur auf externe Fortbildungen zu warten, sondern das eigene Lernen in die Hand zu nehmen und selbst gestalten zu können. Das klappt erfahrungsgemäß wunderbar mit einem Peer-to-Peer Konzept. Das bedeutet: Gleichberechtigte bzw. Kolleg*innen lernen voneinander und miteinander! Umsetzbar ist dies beispielsweise in Form von Mikrofortbildungen. Außerdem stelle ich vor, wie sich ein persönliches Lernnetzwerk aufbauen lässt.

Mikrofortbildungen

Mikrofortbildungen sind kurze, oft sehr praxisorientierte Lerneinheiten, die zum Beispiel in einer Mittagspause angeboten werden. Es gibt dazu keine externen Referent*innen, sondern aus dem Kreis der Kolleg*innen stellt eine Person ein Thema vor. Das kann beispielsweise so aussehen:

Frau Müller hat auf einer Fortbildung gelernt, wie man Videos mit Untertiteln versieht und diese in unterschiedlichen Sprachen anzeigen lässt. Sie bietet zu diesem Thema eine Mikrofortbildung an. Zum Beispiel könnte sie einen Aushang am schwarzen Brett machen, um andere Kolleg*innen einzuladen. Gemeinsam setzt sich dann in der Mittagspause eine kleine Gruppe von Kolleg*innen zusammen. Frau Müller zeigt, was sie gelernt hat. Anschließend probieren alle gemeinsam aus. Außerdem überlegen sie, wie sie diese Möglichkeit in der Einrichtung nutzen könnten.

Persönliches Lernnetzwerk

Neben dem Lernen im eigenen Kollegium, lässt sich in einer Kultur der Digitalität auch über die eigene Institution hinaus voneinander und miteinander lernen. Sehr gut gelingt das etwa über soziale Medien.

Twitter ist für mich hier mit die wichtigste Inspirationsquelle zu Bildungsthemen. Nirgendwo sonst erhalte ich so komprimiert Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Ideen zum Ausprobieren oder Ankündigungen. Darüber hinaus kann ich Twitter auch für eigene Fragen nutzen: Wer weiß Bescheid über ein bestimmtes Tool? Wer kann bei einer Veranstaltung unterstützen? Wer hat eine Idee für eine Methode? Und: Natürlich kann ich Twitter auch nutzen, um meine eigenen Ideen und Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Durch die Nutzung von Twitter kannst Du Dir Schritt für Schritt ein persönliches Lernnetzwerk aufbauen. Aber wie funktioniert das genau?

Passiv mitlesen kannst Du bei Twitter auch ohne einen eigenen Account. Um Vernetzung zu erreichen, solltest Du Dich aber registrieren. Für Dein Profil ist eine kurze Beschreibung und ein Profilbild wichtig. Danach kannst Du schon Deinen ersten Tweet schreiben – und suchen, wem Du folgen möchtest.

Im folgenden Clip ist der Einstieg auf Twitter – und insbesondere auch der ‘Weg’ ins so genannte #twitterlehrerzimmer (= der Vernetzungs-Hashtags für Pädagoginnen und Pädagogen – nicht nur an der Schule) wunderbar erklärt.

Probiere es aus!

Sowohl mit Mikrofortbildungen als auch mit Twitter kannst Du direkt praktisch starten:

  1. Mache den ersten Schritt und lade Kolleginnen und Kollegen zu einer freiwilligen Lern-Mittagspause ein. Als Thema kannst Du zum Beispiel eine der hier vorgestellten Grundlagen-Module wählen.
  2. Registriere Dich auf Twitter, stelle Dich vor und überlege, wem Du folgen möchtest.

Weiterführende Links

Zweimal im Jahr findet das Barcamp-Bildung.Digital statt, eine kostenlose Online-Veranstaltung auf der Du dich mit anderen Menschen austauschen kannst.

Eine sehr praxisorientierte Anleitung mit passenden Vorlagen zu Mikrofortbildungen findest Du im Blog von Sonja Senftleben-Hennig.

Außerdem findest Du zahlreiche Informationen und Unterstützung zum Peer-to-Peer Lernen auf der Plattform selbstlernen.net